Sprache ist Kultur

von Heike Papenfuss (Kommentare: 0)

„Ich spreche Englisch, das reicht…“ Haben Sie das auch schon gehört? Schade eigentlich. Natürlich kann ich mich heute (fast) überall mit Englisch verständigen. Gleichwohl wird mir ein Teil der Kultur des Landes verschlossen bleiben, wenn ich die Landessprache nicht spreche. Ich komme den Menschen näher, wenn ich ihre Sprache spreche und lerne dann auch die Besonderheiten und Eigenheiten der jeweiligen Kultur besser verstehen. Ein schönes Beispiel findet sich dafür bei den Inuit auf Nord-Grönland. Sie messen Entfernungen nicht in Kilometern, sondern in „sinik“ – in „Schlaf“. Soll heißen, wie oft musste ich schlafen, um von einem Ort zum anderen zu gelangen. In einem Land mit widrigen Klima- und Wetterbedingungen machen Angaben wie "Kilometer“ oder "Stunde“ keinen Sinn.

Und jedem macht es doch auch Spaß, aus dem Urlaub als Reiseandenken ein paar Worte der anderen Sprache mitzubringen. Und mit „gelato“, „playa“ oder „tour Eiffel“ tauchen in unserem Kopf sofort die Urlaubsbilder wieder auf. Unsere Sprache prägt uns durch die Art und Weise, wie wir Dinge auszudrücken. Jede Sprache hat ihre besonderen Worte, ihre Melodie, ihren Rhythmus und ihre Gesten. Die Vielfalt der Sprachen ist kulturelle Vielfalt. Wir sollten sie nicht verkommen lassen.

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